Was klingt wie der Titel einer neuen romantischen Dramaserie auf Netflix, hat in der Realität der Markenforschung wenig mit Romantik zu tun. Vielmehr kann es für Unternehmen existenzbedrohend werden: Ehemalige Markenliebhaber verwandeln sich in hemmungslose Kritiker und erbitterte Gegner, wenn sie sich von einer Marke betrogen fühlen. Die love brand wird zur hate brand.
Ein aktuelles Beispiel lieferte kürzlich die Luxusmodemarke Balenciaga und erlebte dabei eine der bedeutendsten Markenkrisen in ihrer Geschichte. Im Herbst 2022 veröffentlichte die Marke eine Kampagne mit Kindern neben Teddybären/Handtaschen mit sadomasochistischen Elementen, was zu heftigen Reaktionen weltweit führte. Kritiker warfen Balenciaga vor, Kinder zu sexualisieren und Pädophilie zu fördern.
Die Empörung verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, wo Hashtags wie #burnbalenciaga und #cancelbalenciaga über 300 Millionen Aufrufe generierten. Der Vorfall beschädigte den Ruf von Balenciaga schwer und führte zu Vandalismus in Geschäften und einem viralen Boykott (Gárgoles & Ambás, 2023). Die Empörung umfasste auch langjährige Kunden und Liebhaber der Marke. Kim Kardashian, treuer Balenciaga-Fan und Aushängeschild der Marke, äußerte öffentlich scharfe Kritik an der Marke und weitere Fans der Marke folgten ihrem Beispiel. Branding lebt bekanntlich von Emotionen – und nur wenige Emotionen sind mächtiger als Liebe und Hass. Doch wie kommt es nun dazu, dass tief empfundene Markenliebe (Brand Love) in Markenhass (Brand Hate) umschlägt?
Branding lebt bekanntlich von Emotionen – und nur wenige Emotionen sind mächtiger als Liebe und Hass. Doch wie kommt es nun dazu, dass tief empfundene Markenliebe (Brand Love) in Markenhass (Brand Hate) umschlägt?
Forscher des Departments Marketing und Sales haben in einer quantitativen Studie untersucht, welche Faktoren diesen Übergang bestimmen, und dabei neue Erkenntnisse gewonnen.
Die Ergebnisse zeigen drei zentrale Zusammenhänge:
Diese Erkenntnisse liefern wichtige Einblicke in die emotionalen Dynamiken der Beziehung zwischen Verbrauchern und Marken. Sie helfen dabei, besser zu verstehen, wie Liebe in Hass umschlagen kann – und wie Marken diese gefährliche Entwicklung vermeiden könnten.
Wir empfehlen Markenmanagern, bei wertbezogenen Markenverfehlungen proaktiv zu handeln und dabei Kunden mit einer starken emotionalen Bindung zur Marke zu priorisieren. Diese Personen neigen häufiger dazu, Gefühle wie Wut, Unzufriedenheit und Verrat zu empfinden, vor allem wenn die Krise ihre persönlichen Interessen betrifft. Durch gezielte Wiedergutmachungsstrategien, die speziell auf diese Gruppe abzielen, kann das Unternehmen dazu beitragen, negativen Emotionen zu lindern und das Phänomen „Love turns to Hate“ abzumildern.
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